Tarifvertrag bauhauptgewerbe kaufmännische angestellte

In Italien sehen sowohl das Gesetz als auch die Vereinbarung über den TAW-Sektor vor, dass Mieter das Recht haben, gewerkschaftlich tätig zu werden, z. B. bei der Gewerkschaft einzuschreiben und Vertreter zu wählen, und während der bezahlten Arbeitszeit an Versammlungen in der Benutzungsgesellschaft teilzunehmen. Die CCNL für Mieter ermöglicht es ihnen auch, ihre eigenen Delegierten innerhalb der Benutzerfirma zu wählen, obwohl dies selten in die Praxis umgesetzt wird. Ganz allgemein umfassen die Informations- und Konsultationsrechte des Gesetzesdekrets Nr. 25 von 2007 (mit dem die europäische Richtlinie 2002/14/EG umgesetzt wird) alle nachgeordneten Arbeitnehmer und damit auch Mieter. Damit werden den betrieblichen Gewerkschaftsstrukturen (rappresentanze sindacali aziendali, RSAs) und den (Benutzerunternehmen) einheitlichen Gewerkschaftsstrukturen am Arbeitsplatz (rappresentanze sindacali unitarie, RSUs) sowie den territorialen Gewerkschaften zu wichtigen Fragen der Beschäftigung, der Organisation von Arbeits- und Arbeitsverträgen (z. B. der Stabilisierung von Arbeitnehmern mit befristeten Arbeitsverträgen) Informations- und Konsultationsrechte gewährt. Die Beschränkung des Einsatzes von TAW bei Streiks erfolgt in einigen anderen Ländern durch Tarifvertrag. In Dänemark sehen einige Tarifverträge im TAW-Sektor vor, dass die Mitgliedsunternehmen unter den Umständen eines Streiks keine Arbeit aufnehmen dürfen. In der Vereinbarung über den TAW-Sektor in Luxemburg (Artikel 14.3) heißt es auch, dass Agenturen keine Leiharbeitnehmer für Verwenderunternehmen zur Verfügung stellen werden, um Streikende zu ersetzen.

In norwegischen Tarifverträgen gibt es strenge Vorschriften für die Ablösung streikender Arbeitnehmer. Diese Begriffe gelten generisch und nicht für bestimmte Kategorien von Arbeitskräften wie TAW. Ein solches Verbot gilt auch in Schweden im Rahmen des Tarifvertrags für Arbeiter. Die Vereinbarung über Angestellte und Akademiker hat keine solchen Regelungen, aber Gewerkschaftsvertreter erklären, dass sie sich mit Agenturfirmen gegenseitig darauf verständigen, dass sie keine Arbeitskräfte an Streikbeteiligte vermieten sollten. In Finnland heißt es im Verhaltenskodex des Arbeitgeberverbandes HPL: “Aufgrund der internationalen Praxis dürfen Agenturen kein Personal für ein Unternehmen einstellen, in dem rechtliche Arbeitskampfmaßnahmen stattfinden, es sei denn, die Konfliktparteien stimmen der Einstellung von Personal zu”. In Litauen gibt es nur wenige Tarifverträge auf Unternehmensebene, die sich auf Leiharbeit beziehen, z. B. die Vereinbarung über den Lebensmittelsektor. Diese verbieten den Einsatz von TAW als Ersatz für streikende oder entlassene Arbeitnehmer. Der vom litauischen Gewerkschaftsbund ausgearbeitete und vom Ministerium für soziale Sicherheit und Arbeit veröffentlichte Mustertarifvertrag schließt auch den Einsatz von TAW bei Streiks sowie bei Gefahr wirkenden Arbeitnehmern oder zur Ersetzung von Arbeitnehmern aus, die in den letzten sechs Monaten entlassen wurden.